Winken und Lächeln in Burma

Das Visum für Myanmar (Burma) habe ich in New Delhi gemacht. Eigentlich kriegt man das in einem Tag. Doch zuvor brauchte ich noch einen Tag, um das Geld zu überweisen und einen Tag um herauszufinden, was überhaupt alles nötig ist dazu. Denn auf der Website steht nichts dazu und das Telefon hat auch niemand abgenommen.

Um die Grenze von Moreh, Indien nach Tamu, Burma (oder umgekehrt) zu überqueren, braucht man eine Bewilligung. Diese muss man über eine Reiseagentur anfordern. Ich habe die Bewilligung bei Exotic Myanmar Travels & Tours beantragt. Dazu muss man mindestens zwei Wochen zuvor das genaue Datum des Grenzübertrittes angeben. Am 15.11.15 war es dann soweit. Normalerweise schaue ich mit neuem Mut auf ein neues Land. Dieses neue Land nennt sich Myanmar, doch mir ist es unter dem Namen Burma geläufiger, deshalb nenne ich es Burma. Ich dachte dieses Land sei noch schlimmer als Indien. Die Infrastruktur wäre noch lausiger. Doch meine Befürchtungen haben sich zum Glück nicht bewahrheitet. In Burma ist es gar nicht so schlimm. Mir hat es besser gefallen, als in Indien. Das Land ist etwas westlicher. Die Leute sind nett. Viele Leute winken einem zu und lächeln dabei. Das machen sie so natürlich und menschlich, es stellte mich oft auf. Besonders die Kinder sind dabei so süss.

Die Strassen sind aber nicht überall über alle Zweifel erhaben. Mir wurde von der Strasse von Kalewa nach Ye-U abgeraten. Ich fuhr von Kalewa nach Monywa. Doch dieser Pfad war meistens nicht geteert, mit groben Steinen als Unterlage. Ich habe mich einen Tag damit abgekämpft. Mein Velo hochzustossen und beim Runterfahren stark zu bremsen. Das machte mir überhaupt keinen Spass. Ich wandere ja gerne, aber mit Wanderschuhen und Rucksack. Ich fahre auch gerne holprige Single Trails, aber bitte mit vollgefedertem Mountainbike mit entsprechenden Reifen und ohne Gepäck. Ich war mit dem schweren Tourenvelo unterwegs und kam kaum vorwärts. Im Dunkeln am Abend hielt ein Lastwagen und sie fragten mich, ob ich mitfahren möchte. Doch ich verneinte. Ich war müde und schlief erst einmal. Vielleicht wäre ich am folgenden Tag mit neuer Energie etwas schneller. Doch weit gefehlt. Die Strasse hat mich aufgeregt. Ich beschloss den nächsten Lastwagen zu fragen, ob ich mitfahren darf, denn wenn der Spass auf der Strecke bleibt, dann stimmt es für mich nicht mehr. Im Lastwagen war ich zuerst erleichtert, doch dann auch etwas enttäuscht, dass ich meine Veloreise nicht ohne Fahrzeuge schaffe. Wahrscheinlich hätte ich über Gangaw fahren müssen, um diesem Pfad zu entgehen. In Monywa hatte ich dann genügend Zeit, all die Hotels abzuklappern und mich über das Preisniveau zu erkundigen. In Burma ist es verboten zu zelten. Also muss man in Hotels übernachten. Die Hotels brauchen allerdings eine Lizenz, um Ausländer aufnehmen zu dürfen. Die günstigen Unterkünfte bleiben also den Einheimischen vorbehalten, während man als Tourist etwa 20 USD pro Nacht bezahlen muss. Also etwa 20 CHF. Dafür gibt es aber häufig ein Frühstücksbuffet und Internet. In Indien kam ich jeweils etwa mit 8 CHF pro Nacht durch allerdings ohne jeglichen Service. Ab und zu fand ich aber auch Unterkünfte in Burma in diesem Preisrahmen.

Die Strasse von Monywa nach Sagaing und dann nach Meiktila waren herrlich. Endlich kam ich richtig gut und schnell vorwärts. Später wurde es dann teilweise wieder holprig und löchrig. Kein Wunder wenn man sieht, wie die Strassenarbeiter den Teer von Hand springend auf die Strasse ausleeren. Strassen wurden vielerorts erneuert oder verbreitert. Auch Tankstellen waren viele im Bau. Da geht etwas. In der Hauptstadt Naypyidaw gibt es Strassen mit einem Hotel am anderen. Ich habe mich gefragt, ob diese alle rentieren. Für den grossen Touristenansturm wären sie dort gerüstet. Auch für den grossen Verkehr. Ich fand es sehr amüsant praktisch alleine auf zehnspurigen Fahrbahnen (also fünf je Fahrtrichtung) unterwegs zu sein. Am besten fand ich die zwanzigspurige Strasse, also zehn Spuren je Fahrtrichtung. Unglaublich witzig. Auch sechszehnspurige Strassen, also acht je Fahrtrichtung gibt es in der Hauptstadt viele.

Gegen Südosten auf dem Weg Richtung Thailand wurde die Landschaft mit diesen markanten Bergen noch attraktiver. Es gibt jetzt auch eine gut ausgebaute Strasse zur Grenze nach Thailand, gebaut mit der Unterstützung von Thailand. Somit kann der Verkehr jetzt an allen Tagen in beide Richtungen fahren. Ich bin allerdings auf der alten Strasse über den ersten Bergzug gefahren. Die neue Strasse ist weder im Openstreetmap noch im Googlemap eingezeichnet.

Ein Gedanke zu “Winken und Lächeln in Burma

  1. Hallo Adrian
    Bald schon ist Weihnachten ob du es vermissen wirst? Feiert man in Thayland auch Weihnachten? Ich weiß das gar nicht hoffe aber, dass du dir auch ab und zu ein weihnachtlicher Leckerbissen gönnst. Wie geht es dir? Bist du jetzt so fit dass es von alleine rollt? Doch wenn die Straßen so steinig sind dann kostet das sicher viel Energie. Wieviele Km sind es noch bis Singapur? Weisst du das? Wir wünschen dir viele schöne Begegnungen und gutes vorwärtskommen. Liebe Grüsse aus der Schweiz Vreni und Röbi

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