Nie allein in Finnland

Der erste nördliche Teil von Finnland war sehr hügelig. Die Mücken waren eine echte Plage. Das war unglaublich mühsam. Ich habe jeweils den Regenschutz mit Kapuze angezogen und das Gesicht mit Mückenspray eingerieben. Trotzdem fanden gewisse Mücken einen Weg durch meine Socken und gewissen Mücken war der Geschmack oder das Gift des Sprays egal und sie haben mich versucht im Gesicht zu stechen. Die Mücken kommen schon, wenn man vom Velo steigt. Auch Zwischenverpflegung essen während des Tages kann man nicht immer in Ruhe. In Ruhe gelassen wird man erst wieder ab 10 km/h. Das Abendessen habe ich draussen gekocht und gegessen. Wenn man erst einmal im Zelt ist, beginnt die Jagd nach den Mücken, die hineingeflogen sind. Einmal war ich tatsächlich eine halbe Stunde damit beschäftigt, solche Viecher im Zelt umzubringen. Diejenigen, die eine rote Spur hinterlassen haben, waren die erfolgreichen. Naja, ich habe denen wohl genug Blut „gespendet“. Diese Mücken haben mich derart genervt, dass ich einfach möglichst schnell wieder aus diesem Land kommen wollte. Glücklicherweise entschärfte sich die Mückenplage gegen Süden ein wenig, sodass es im südlichen Finnland langsam erträglicher wurde mit den Mücken. Trotzdem habe ich vermehrt im Zelt Frühstück gegessen. Ich habe mich ja gefragt, wie die Einheimischen mit den Mücken umgehen. Gewisse Fischer hatten tatsächlich Netze um den Kopf und einer meinte, dass man nach ein paar Wochen „immun“ dagegen wird, sodass einen die Stiche nicht mehr so störe. Trotz Verbesserung der Mückensituation hatte ich immer noch das Reissen nach Helsinki.

Finnland war schön. Die gewissen flachen Teile liessen mich neue Durchschnittsgeschwindigkeitsrekorde fahren. Zum Fotografieren waren die Landschaften ohne Erhebungen aber etwas weniger interessant. Der Wald und die Seen waren ähnlich wie in Schweden. Schweden hat mir aber besser gefallen als Finnland.

In Finnland sind die Mittagsbuffets (Lounas) populär. Das hat mir ein Velofahrer empfohlen. Ich habe das versucht. Das Essen war super und genug hatte ich natürlich auch. Konnte ich doch immer wieder ans Buffet, um Nachschub zu holen. Das Fahren mit dem vollen Magen ging dann aber weniger gut. Am Abend hatte ich immer noch kaum Hunger, sodass ich ausnahmsweise nichts gekocht habe und nur kleine Snacks gegessen habe. Populär sind in Finnland natürlich auch die Saunas. Diese findet man sogar auf den Campingplätzen.

Zum Wasser auffüllen eignen sich auch Tankstellen sehr gut.

Zwischenfazit der Veloreise: sie gefällt mir sehr gut. Mit dieser Reise kann ich ein paar meiner Hobbys verbinden. Velofahren: auf Ausdauer (den ganzen Tag) und Kraft (mit viel Gepäck über Berge und Hügel). Die Natur: Wenn man in der Wildnis zeltet und sich praktisch nur draussen fortbewegt, ist man der Natur sehr nahe. Geographie, Photographie und Himmelsmechanik/Astronomie.

In Helsinki kam ich am 11.07.15 an. Dort schaute ich mir die bekanntesten Sehenswürdigkeiten an. Auffallend waren natürlich die vielen Leute aus der ganzen Welt, die einheitlich gekleidet in Helsinki waren. Es war gerade Gymnaestrada, ein internationales Turnfest, das über 20’000 Leute (vorwiegend Turnerinnen) nach Helsinki brachte. Dazu kamen wohl auch noch viele Zuschauer und Helfer. In der Herberge habe ich dann auch noch mit einem Helfer und einer Turnerin gesprochen. Die Herberge war gut belegt.

Nach einem Ruhetag in Helsinki begab ich mich langsam Richtung Hafen. Die Fähre brachte mich Richtung Süden nach Tallinn in Estland. Das Preisniveau fällt gemäss der UBS Statistik Preise und Löhne von 2012 vom Index 80 für Helsinki auf etwa Index 50 für Tallinn (als Basis wird Zürich mit Index 100 genommen).

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