2 Velotage und ein Ruhetag in Dänemark

In Dänemark am Nachmittag mit der Fähre angekommen musste ich mich zuerst einmal orientieren und zurechtfinden. Hier gibt es praktisch keine ausgeschilderten Radwege, somit fuhr ich einfach auf den Strassen. Es hatte viel weniger Verkehr als noch in Deutschland. Die Verkehrsdichte ist also merklich kleiner. Die Bevölkerungsdichte vermutlich auch. An diesem Tag hatte ich in Deutschland schon eine grosse Brücke überquert und in Dänemark gabs gerade auch noch zwei Brücken zum Überqueren. Wobei die eine ziemlich lang und eindrücklich ist. Fährt doch auch der Zug auf dieser Brücke und die Aussicht ist auch nicht schlecht. Auf der einen Seite sieht man das Meer und auf der anderen Seite sieht man die grosse und lange Brücke der Autobahn. An diesem Tag machte ich 130 km, sodass ich am folgenden Tag Kopenhagen sicherlich erreichen kann.
Der Weg nach Kopenhagen war einfach zu finden. Man konnte nicht nur sehr vieles der gleichen Strasse entlang fahren, nein es hatte auch nur wenige Kreuzungen, teilweise hatte es sogar praktisch keine Kurven drin. Da kann man tatsächlich Dutzende Kilometer geradeaus fahren.
In Kopenhagen kam ich nicht allzu spät an. In einer Herberge habe ich das Velo etwas unterhalten. Die Kette etwas angezogen, den Ledersattel gepflegt, Rahmen geputzt, Lackschäden ausgebessert, also etwas Farbe angestrichen. Mich und etwas Wäsche gewaschen und gegessen, bis ich dann endlich spätabends die Stadt beim Eindunkeln erkunden konnte.
Am Folgetag habe ich einen Ruhetag eingeschalten, um am Laptop und in Internet Dinge zu erledigen und auch zum Blog schreiben und damit ich die Hauptstadt Dänemarks auch noch bei Tag etwas genauer anschauen konnte. Bis ich dann aber am Nachmittag in die Stadt aufgebrochen bin, hat es geregnet. Ich habe im Internet Hinweise auf Restaurants mit Buffet gefunden. So ein Restaurant habe ich dann auch gefunden. Ich war sehr hungrig und es war toll, dass man nachschöpfen durfte, bis man satt ist und der Magen wirklich voll ist. Das gab dann natürlich ein Trinkgeld. Es war super mit Kartoffeln und Fleischbällchen und Lasagne. Nur das Gemüse, also die Vitamine waren etwas untervertreten. Kopenhagen war schön. Es ist voll mit Radstreifen und Velofahrern. Wenn die grün haben, kommt wieder ein Schwarm Velofahrer. Man hat manchmal fast das Gefühl, es hätte mehr Velofahrer aus Autofahrer. Die Nabenschaltungen waren auch bei den gewöhnlichen Velofahrern sehr populär (Das war mir auch schon in Heidelberg aufgefallen. Dort hatte es auch sehr viele Radstreifen und Velofahrer in der Stadt).
Am folgenden Tag gab es schöne Passagen zum am Meer entlang fahren. Das gefiel mir gut. Bald konnte man schon Schweden sehen. Wieder am Nachmittag verliess ich Dänemark wieder mit der Fähre.
Dänemark war ein schöner Übergang von Deutschland und Vorgeschmack auf Schweden. Etwas längere Distanzen zwischen den Ortschaften und etwas weniger Verkehr. Hier erlebte ich aber auch Lastwagen mit Anhänger, die mich eng überholten. Der Luftzug ist dann ziemlich gewaltig. Man muss sich gut konzentrieren und sich halten, um die Balance nicht zu verlieren. Teilweise habe ich sogar noch den Windstoss von entgegenkommenden Lastwagen leicht gespürt (also von der anderen Strassenseite!). In Dänemark habe ich erstmals richtig Rückenwind verspürt. Vermutlich war das mit ein Grund, weshalb ich 130 km an einem Tag geschafft habe. Zudem schmerzten meine Sehnen nicht mehr und ich konnte mein Potetial realisieren. Mit diesen vielen Tageskilometern habe ich mir schon ausgemalt, was wäre, wenn ich in Schweden jeden Tag so viele Kilometer machen könnte. Dann wäre ich wohl so weit voraus in meiner Zeitplanung, dass noch ein 500-600 km Umweg über die Lofoten drin läge. Einige Kollegen haben mir die Lofoten nämlich empfohlen. Diese spitzigen Berge, die aus dem Meer ragen.

4 Gedanken zu “2 Velotage und ein Ruhetag in Dänemark

  1. Hallo Adrian

    Schön mal wieder mal was Neues aus dem Norden zu hören.es scheint dir gut zu gehen. Aus eigener schwedenerfahrung kann ich dir sagen, dass du dich auf dieses Land freuen kannst. Machs gut.
    Marcel

    Liken

    1. Hallo Marcel

      Ja, Schweden war super. Dieses Land habe ich schon durch. Eigentlich wollte ich auch einen Blogbericht über Schweden veröffentlichen, aber leider kam ich aus zeitlichen Gründen nicht mehr dazu.

      Gruss Adrian

      Liken

  2. Jetzt hast du alle Zeit der Welt, musst dich nicht auf deine Arbeitszeit einstellen und kannst es geniessen. Wie kannst du da sagen, aus zeitlichen Gründen nicht dazugekommen. Das verstehe ich nicht.

    Liken

    1. Hallo Marcel

      In Honningsvag habe ich zwei Nächte gebucht. In diesen 48h musste ich aber noch viel anderes erledigen, wie z.B. waschen, trocknen, Velokette spannen, Sattel einfetten, Dorf anschauen, einkaufen, kochen, essen, skypen, Mitternachtssonne suchen, E-Mails lesen, Route/Statistik/Standort nachtragen, Dänemark-Blog veröffentlichen und natürlich musste ich auch noch schlafen. Die vorhergehenden Nächte im Zelt bei stürmischem Wetter habe ich nicht so gut geschlafen.
      Deshalb war ich aus zeitlichen Gründen nicht dazugekommen. Irgendwann will man ja auch wieder weiter. Es zieht einen dann manchmal wieder aufs Velo. Es fühlt sich nicht so an, alsob ich alle Zeit der Welt hätte.

      Gruss Adrian

      Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s